23. Januar 2026

Der Neujahrsempfang 2026 des Stadtteilforums Oberaußem stand ganz im Zeichen des Dankes, der Anerkennung und des gelebten Miteinanders. Zahlreiche Gäste aus Politik, Vereinen, Ehrenamt und Nachbarschaft waren der Einladung gefolgt und erlebten einen stimmungsvollen Abend mit besonderen Momenten.

Im Mittelpunkt des Empfangs stand die Verleihung der „Goldenen Eule“, mit der in diesem Jahr die Ausgabestelle der Tafel in Nieder- und Oberaußem ausgezeichnet wurde. Mit dieser Ehrung würdigt das Stadtteilforum das herausragende ehrenamtliche Engagement der vielen Helferinnen und Helfer, die sich seit Jahren mit großem Einsatz für Menschen in schwierigen Lebenslagen einsetzen. Die Arbeit der Tafel ist ein unverzichtbarer Bestandteil des sozialen Zusammenhalts in unserem Stadtteil – ein Zeichen gelebter Solidarität, das an diesem Abend verdient im Rampenlicht stand.

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des Oberaußemer Dreigestirns, das mit viel Charme, guter Laune und karnevalistischer Vorfreude den Saal eroberte. Ihr Auftritt sorgte für herzliche Lacher und unterstrich einmal mehr die enge Verbundenheit von Brauchtum und Gemeinschaft in Oberaußem.

Für eine besondere musikalische Note sorgte Florian Scholdan, der mit seiner Überraschungseinlage das Publikum begeisterte und dem Abend eine emotionale und zugleich festliche Atmosphäre verlieh. Die Musik lud zum Innehalten, Mitwippen und Genießen ein und rundete das Programm auf wunderbare Weise ab. Außerdem wurde der Abend musikalisch begleitet von Margit Kaiser und ihren zahlreichen Klavierschülern.

Der Neujahrsempfang 2026 zeigte eindrucksvoll, wie viel Kraft im Zusammenhalt unseres Stadtteils steckt. Das Stadtteilforum Oberaußem bedankt sich bei allen Mitwirkenden, Gästen und Unterstützern und blickt mit Zuversicht auf ein gemeinschaftliches neues Jahr.


Liebe Gäste, liebe Förderer und Mitglieder des Stadtteilforums Oberaußem,

wir heißen Sie herzlich willkommen zu unserem diesjährigen Neujahrsempfang.
Wie in jedem Jahr bildet die Verleihung der Goldenen Eule den feierlichen Höhepunkt dieses Abends – ein Ehrenpreis des Stadtteilforums Oberaußem, mit dem wir Menschen auszeichnen, die sich in besonderer Weise um unseren Ort verdient gemacht haben.

Bevor wir jedoch zur Preisverleihung kommen, möchten wir gemeinsam einen kurzen Blick auf das vergangene Jahr werfen.

Der Aktionstag „Saubere Stadt 2025“ fand bei strahlendem Sonnenschein Anfang März statt. Zahlreiche engagierte Bürgerinnen und Bürger aus unserem Ort packten tatkräftig mit an, um Straßen und Grünflächen von Müll zu befreien. Es war großartig zu sehen, wie Gemeinschaftssinn und Umweltbewusstsein Hand in Hand gingen.Nach getaner Arbeit gab es zur Stärkung eine heiße Erbsensuppe und erfrischende Getränke – ein wohlverdienter Lohn für den Einsatz aller Beteiligten. Der nächste Aktionstag findet am 21. März statt. Wir würden uns sehr freuen, wenn wieder viele Helferinnen und Helfer dabei sind und gemeinsam mit uns ein Zeichen für ein sauberes Oberaußem setzen.

Im April konnten wir die Einweihung des Denkmals für Walter Balscheit feiern. Die Geschichte des Eulenturms ist untrennbar mit seinem Namen verbunden. Aus diesem Grund entstand im Stadtteilforum der Wunsch, den Grabstein der Familie Balscheit nach Ablauf der Grabruhe als Denkmal am Eulenturm aufzustellen – als sichtbares Zeichen der Wertschätzung für sein Lebenswerk. Walter Balscheit war im Polizeidienst als Hundeführer und Ausbilder für Polizeihunde tätig. In seiner Freizeit engagierte er sich immer stärker für den Schutz von Natur und Tieren – zu einer Zeit, in der Tier- und Naturschutz in Deutschland noch kaum Beachtung fanden. 1969 gründete er den Tier- und Naturschutzverein. 1983 wurde der ehemalige Trafoturm, der zu diesem Zeitpunkt nicht mehr für die Stromversorgung benötigt wurde, an Walter Balscheit übergeben. Er richtete dort ein kleines Informationsbüro ein. Im Jahr 2004 konnte das damals neu gegründete Stadtteilforum den Eulenturm vom Tierschutzverein übernehmen.

Ein besonders erfreuliches Ereignis spielte sich im Eulenturm ab: Zum ersten Mal seit vielen Jahren stellte sich wieder Nachwuchs bei unserem Schleiereulenpaar ein. Nach rund vier Wochen Brutzeit schlüpften Anfang Juni vier Küken im Abstand von zwei Tagen. Sie entwickelten sich prächtig und verließen nach etwa zwei Monaten den Eulenturm, um eigene Reviere zu suchen. Dank der installierten Kameras konnten wir die Entwicklung der Jungtiere in Bildern und Videos auf unserer Webseite dokumentieren. Diese wurden monatlich tausendfach von interessierten Bürgerinnen und Bürgern aufgerufen. Inzwischen haben wir die Technik weiter ausgebaut: Eine zusätzliche Außenkamera wurde installiert und die Software erweitert. Neben aufgezeichneten Bewegungssequenzen können nun auch Livebilder aus dem Turm verfolgt werden. Nachdem die jungen Eulen im August ausgeflogen waren, wurde der Brutraum gründlich gereinigt und ein Rückschnitt der Vegetation im Bereich der Einflugöffnungen vorgenommen. Seit dem späten Herbst wird der Eulenturm erneut von einem Schleiereulenpaar bewohnt – und wir sind zuversichtlich, dass wir auch in diesem Jahr wieder Nachwuchs begrüßen dürfen.

Ein besonderes Anliegen des Stadtteilforums ist und bleibt die Förderung unserer Kinder und Jugendlichen in ihrer Freizeit. Durch den Wegfall der Sportplätze entstand der Wunsch, hier neue Angebote zu schaffen. Gemeinsam mit unserem Ortsbürgermeister und dank der finanziellen Unterstützung durch die Aktion „Bürger.Mit.Wirkung“ konnten wir eine Teqball‑Platte anschaffen und am Jugendzentrum aufstellen. Diese noch junge Sportart, eine Mischung aus Fußball, Tennis und Tischtennis, wird mit Fuß, Kopf und Knie gespielt und erfreut sich bereits großer Beliebtheit bei jungen Menschen. Bereits zuvor wurde ein zweites Fußballtor auf der Wiese neben dem Jugendzentrum installiert, so dass dort nun deutlich bessere Spielmöglichkeiten bestehen. Diese Maßnahmen sind ein wichtiger Beitrag, um die sportlichen Aktivitäten unserer Kinder und Jugendlichen zu stärken und ihnen attraktive Freizeitangebote direkt vor Ort zu bieten. Weitere Ideen befinden sich bereits in der Planung.

Ein weiteres Highlight des vergangenen Jahres war das fünfte Schmiedehaus-Fest, das erneut in Zusammenarbeit mit den ansässigen Vereinen des Hauses der Begegnung stattfand. Das Schmiedeteam präsentierte eindrucksvoll sein Handwerk und fertigte während der Vorführungen kleine Kunstwerke für die Besucherinnen und Besucher an. Doch nicht nur Zuschauen war möglich: Wer wollte, konnte unter fachkundiger Anleitung selbst den Hammer schwingen und einen eigenen kleinen Gegenstand schmieden – ein Angebot, das großen Anklang fand. Für die musikalische Gestaltung sorgten der Chor Friends of Music Oberaußem sowie der Sänger Flo Scholdan, die mit ihren Darbietungen für eine stimmungsvolle Atmosphäre sorgten. Der Zauberkünstler Luca Schulze begeisterte mit seinen Tricks und seiner Magie Jung und Alt. Und natürlich durfte auch in diesem Jahr das beliebte Kinderschminken nicht fehlen – ein Programmpunkt, der nicht nur die Kinder, sondern auch so manchen Erwachsenen erfreute. Auch in diesem Jahr findet wieder ein Schmiedehaus-Fest – diesmal am 15. August.

Im Oktober durften wir erneut eine Lesung mit dem Kölner Autor Willi Vögeli im Pfarrheim ausrichten. Vor fast 50 Zuhörerinnen und Zuhörern stellte er seinen zweiten Kriminalroman „Kollateralschaden“ vor. Da die Handlung in der Pfalz spielt – einer Region, die für ihre hervorragenden Weine bekannt ist – wurde der Abend von einer passenden Weinauswahl begleitet, ergänzt durch fachkundige Erläuterungen zu den jeweiligen Tropfen. Die durchweg positive Resonanz auf diese Veranstaltung bestärkt uns darin, auch künftig weitere Lesungen in unser Programm aufzunehmen.

Die Säuberung der Stolpersteine fand in diesem Jahr in enger Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum, der Stadtarchivarin Frau Delbach und Hans Griese statt. Die Kinder erhielten dabei zunächst einen Einblick in die Schicksale der ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohner von Oberaußem und Fortuna, deren Namen auf den Steinen verewigt sind. Im Anschluss machten sich die Kinder mit großem Elan daran, die Stolpersteine an den drei Standorten in Oberaußem zu reinigen. Ihr Engagement war beeindruckend und zeigt, wie wichtig es ist, Erinnerungskultur bereits jungen Menschen nahezubringen und gemeinsam wachzuhalten.

Beim Adventsmarkt „Advent em Dörp“ war das Stadtteilforum in diesem Jahr gleich mit zwei Ständen vertreten. Wie schon in den vergangenen Jahren betrieben wir gemeinsam mit dem Mühlenverein den beliebten Reibekuchenstand. Zum ersten Mal präsentierte sich das Stadtteilforum zudem mit einem eigenen Stand im Bürgerhaus. Dort boten wir unseren Overossemer Bienenhonig sowie liebevoll handgefertigte Bienenwachskerzen an. Die Resonanz war durchweg positiv – die Aktion bereitete nicht nur viel Freude, sondern auch der Verkauf war ein voller Erfolg.

Am 4. Advent erfüllte das traditionelle Adventssingen erneut unsere Kirche mit einer stimmungsvollen, vorweihnachtlichen Atmosphäre. Über 150 Besucherinnen und Besucher ließen sich von den gemeinsamen Liedern und der festlichen Stimmung begeistern. Vor und nach dem musikalischen Teil blieb reichlich Zeit für Gespräche, Begegnungen und ein herzliches Miteinander.Vor der Kirche erwartete die Gäste ein gemütlicher Stand mit Glühwein und frisch gebackenen Waffeln. Eine kleine Premiere gab es ebenfalls: Zum ersten Mal wurde unser Honig‑Met angeboten – und er fand auf Anhieb großen Anklang.

Neben den bereits genannten Veranstaltungen haben wir im vergangenen Jahr erneut das katholische Pfarrfest, das Kirchweihfest sowie das evangelische Gemeindefest unterstützt – letzteres fand nach sechs Jahren erstmals wieder statt. Besonders schön war die Aktion, bei der Kinder und Erwachsene Vogelnistkästen, bereitgestellt vom Stadtteilforum, bunt bemalten, mit nach Hause nahmen und später in ihren Gärten oder an geeigneten Orten aufhängten.

Nun möchte wir auf einige Projekte eingehen, die wir im vergangenen Jahr abschließen konnten.
Aus der alten Fortunaschule konnten wir vor dem Abriss ein Trinkbecken aus den 1950er‑Jahren sichern – ein Stück Alltagsgeschichte, an dem Generationen von Schülerinnen und Schülern ihren Durst gestillt haben. Dieses historische Becken hat nun einen würdigen neuen Platz auf dem alten Friedhof gefunden. Auch ein weiteres Denkmal, geschaffen vom Oberaußemer Künstler Heinrich Klein‑Arendt Ende der 1970er‑Jahre, konnten wir bewahren. Es wurde vom Glessener Friedhof auf den alten Oberaußemer Friedhof versetzt und steht nun rechts neben dem Stein von Günter Grass. Für beide Denkmäler werden in Kürze kleine Informationstafeln entstehen, die ihre Geschichte sichtbar machen.

Neben all diesen Punkten liefen auch unsere dauerhaften Projekte verlässlich weiter – getragen von großem Engagement und viel Eigeninitiative unserer Mitglieder. Stellvertretend möchten wir einige davon nennen:

• Pflege derStreuobstwiese am Abtsbusch – Im vergangenen Jahr stand ein gründlicher Rückschnitt an. Dank der fachkundigen Unterstützung des Obst- und Gartenbauvereins Bedburg konnten die Arbeiten erfolgreich durchgeführt werden – an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön. Zudem ließen wir erstmals Apfelsaft aus unseren eigenen Äpfeln pressen. Der Saft war im Handumdrehen vergriffen, weshalb wir diese schöne Aktion in diesem Jahr unbedingt fortsetzen möchten.

 • Betreuung der Vogelnistkästen im Ort – Da natürliche Nistmöglichkeiten immer seltener werden, ist diese Unterstützung für die heimische Vogelwelt wichtiger denn je.

• Betreuung unserer Bienenvölker – Die Honigernte fiel in diesem Jahr sehr gut aus und der Erlös ist inzwischen eine wichtige Einnahmequelle zur Finanzierung unserer Projekte. Ein herzliches Dankeschön gilt den Geschäften, die uns beim Verkauf unterstützen. Sorge bereitet uns weiterhin die asiatische Hornisse, eine invasive Art, die seit gut einem Jahr verstärkt heimische Insekten – darunter auch Honigbienen – dezimiert.

• Pflege des Einrad‑Kreiselsdurch Mitglieder vom Stadtteilforum– Seit zwölf Jahren ist er ein Aushängeschild für Oberaußem und zugleich eine Würdigung des erfolgreichsten Sportvereins vor Ort: des Radfahrvereins „Freie Bahn“, der im vergangenen Jahr erneut die deutsche Meisterschaft erringen konnte.

• Pflege der Grass‑Kastanie – Neben der Bekämpfung der Miniermotte und die regelmäßige Bewässerung im Sommer wurde von Seiten der Stadt der Gehweg im Bereich des Stammes eingezogen. Zudem erhielt der Baum zur Stärkung eine Nährstofflösung im Bereich des Wurzelwerkes.

• Betreuung der Grillhütte am Abstbusch – Die öffentliche Grillhütte war vor fast 22 Jahren das erste Projekt des Stadtstadtforums Oberaußem. Seitdem wird sie von Ehrenamtlichen gepflegt, instandgehalten und für die Gemeinschaft nutzbar gemacht.

• Pflege der Kriegs- und Ehrengräber – Im vergangenen Jahr haben wir begonnen, die durch Verwitterung nur noch schwer lesbaren Inschriften der Grabsteine zu erneuern. Die Steine stehen inzwischen in der Friedhofshalle und werden dort in den kommenden Wochen sorgfältig aufgearbeitet.

• Betreuung des Bücherschrankes am Bürgerhaus – Eine feste Institution in Oberaußem – die trotz digitaler Medien weiterhin gerne und rege genutzt wird.

Diese Vielfalt zeigt, wie breit unser Einsatz für Oberaußem aufgestellt ist. Wir würden uns sehr freuen, wenn sich durch diese Einblicke vielleicht neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter angesprochen fühlen, die Lust haben, sich aktiv für unseren Ort einzubringen.

All diese Projekte wären ohne die Unterstützung unserer Förderer und Sponsoren nicht möglich. Ob durch finanzielle Beiträge, Sachspenden oder die Bereitstellung von Maschinen und Fahrzeugen – jede Form der Hilfe trägt entscheidend dazu bei, dass wir unsere Arbeit für Oberaußem leisten können. Allen, die uns im vergangenen Jahr in dieser Weise unterstützt haben, sprechen wir an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön aus.